Tendenz


Tendenz

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Ten|denz [tɛn'dɛnts̮], die; -, -en:
1. sich abzeichnende, jmdm. oder einer Sache innewohnende Entwicklung; Strömung, Richtung:
eine Tendenz zeichnet sich ab; die Preise haben eine steigende Tendenz; neue Tendenzen in der Musik.
Syn.: Neigung, Trend, Zug.
Zus.: Entwicklungstendenz.
2. erkennbare Absicht oder Neigung:
er hat die Tendenz, alles negativ zu beurteilen; eine Tendenz zum Dogmatismus.
Syn.: Disposition, Drang, Hang.
Zus.: Grundtendenz.

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Ten|dẹnz 〈f. 20
1. Neigung, Hang, Streben
2. erkennbare Absicht (eines Buches, Theaterstückes)
3. sich abzeichnende Entwicklung in eine bestimmte Richtung
4. Stimmung (an der Börse)
● im Augenblick herrscht die \Tendenz, die Dinge zu beschleunigen; innerhalb der Partei machen sich gewisse \Tendenzen bemerkbar, die ...; es zeichnen sich bestimmte \Tendenzen ab; die Kurse zeigen die \Tendenz zu steigen, zu fallen; fallende, steigende \Tendenz der Preise; eine Partei mit liberaler \Tendenz; eine \Tendenz zum Okkultismus haben; \Tendenz steigend [<frz. tendance „Richtung, Trachten, Streben, Hang“ <nlat. *tendentia; zu tendere „spannen, ausstrecken, sich hinneigen“; verwandt mit Intendant, Intensität, Intention]

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Ten|dẹnz , die; -, -en [wohl unter Einfluss von älter engl. tendence, frz. tendance, zu lat. tendere = spannen, (sich aus)strecken]:
1.
a) sich abzeichnende, jmdm. od. einer Sache innewohnende Entwicklung:
eine T. zeichnet sich ab, hält an, setzt sich fort, kehrt sich um, ist rückläufig;
es herrscht die T., die T. geht dahin, …;
die Preise haben eine steigende T.;
die T. (Grundstimmung) an der Börse ist fallend, steigend, lustlos;
b) <meist Pl.> Strömung (2), Richtung:
neue -en in der Musik.
2.
a) Hang, Neigung:
sie hat die T., alles negativ zu beurteilen;
b) (oft abwertend) Darstellungsweise, mit der ein bestimmtes (meist politisches) Ziel erreicht werden soll:
diese Zeitung hat, verfolgt eine T.;
ein Roman mit T.

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Tendẹnz
 
[wohl unter Einfluss von älter englisch tendence, französisch tendance zu lateinisch tendere »spannen«, »(sich aus)strecken«] die, -/-en, 1) sich abzeichnende Entwicklung, Strömung, Richtung; 2) Hang, Neigung; 3) Darstellungsweise, mit der etwas bezweckt, ein bestimmtes (politisches) Ziel erreicht werden soll.

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Ten|dẹnz, die; -, -en [wohl unter Einfluss von älter engl. tendence, frz. tendance, zu lat. tendere = spannen, (sich aus)strecken]: 1. a) sich abzeichnende, jmdm. od. einer Sache innewohnende Entwicklung; Entwicklungslinie: eine T. zeichnet sich ab, hält an, setzt sich fort, kehrt sich um, ist rückläufig; es herrscht die T., die T. geht dahin, ...; die Preise haben eine steigende T.; die T. (Grundstimmung) an der Börse ist fallend, steigend, lustlos; 130 000 Scheidungen - T.: steigend! (Hörzu 7, 1989, 32); b) <meist Pl.> Strömung (2), Richtung: neue -en in der Musik. 2. a) Hang, Neigung: sie hat die T., alles negativ zu beurteilen; seine Ansichten haben eine T. zum Dogmatismus; Eine deutlich erkennbare T. zur Anerkennung der ... weltwirtschaftlichen Solidarität (Fraenkel, Staat 136); b) (oft abwertend) Darstellungsweise, mit der ein bestimmtes (meist politisches) Ziel erreicht werden soll: diese Zeitung hat, verfolgt eine T.; ein Roman mit T.

Universal-Lexikon. 2012.

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